Landesturnverband Sachsen-Anhalt
Fachgebiet Spielleute

Integration kann nur gemeinsam gelingen

Flüchtlingskinder und deutsche Mädchen und Jungen trafen sich vier Tage in Schierke

33 Flüchtlingskinder aus der Zentralen Anlaufstelle Halberstadt verlebten vier erlebnisreiche Tage in einer gemeinsamen Ferienfreizeit mit 26 Mädchen und Jungen vom Spielmannszug des Sportvereins Germania Gernrode in der Bildungs- und Freizeitstätte der Sportjugend Sachsen-Anhalt, Schierker Baude. Gefördert wurde die Freizeit über das Programm der Deutschen Sportjugend: „Sport: Bündnisse! Bewegung-Bildung-Teilhabe“ . Träger und Organisator war der Förderverein für Spielleute Sachsen-Anhalt, als Bündnispartner konnte die Nationalparkverwaltung Harz und der Nordische Skiverein Wernigerode gewonnen werden. Bei der unmittelbaren Vorbereitung und Durchführung der integrativen Begegnung gab es eine sehr enge Kooperation mit der Facebook-Gruppe „Der Harz bleibt bunt“ mit Grit Kamann-Selbach und dem Team der Schierker Baude, insbesondere mit Patrick Hohenstein.

Das ursprünglich geplante Programm, in dem u.a. eine Tierspurensuche im Winterwald und die Vermittlung von Grundkenntnissen des Skilanglaufs geplant waren, konnte auf Grund des fehlenden Schnees und durch ein Unwetter mit Orkanstürmen nicht durchgeführt werden. Deshalb musste kurzfristig umdisponiert werden. Da traf es sich sehr gut, dass die Schierker Baude als Jugendbildungsstätte der Sportjugend Sachsen- Anhalt über vielfältige Möglichkeiten und Angebote verfügt. Statt Skilaufen gab es einen Kletterkurs und Abenteuerparcours in der Turnhalle sowie ein Bowlingturnier, statt Brockenhaus mit Museum das Bergwerksmuseum Büchenberg und, und, und …
„Es ging uns in erster Linie darum, sich kennenzulernen. Integration kann nur gemeinsam gelingen und geht uns letztlich alle an“, erklärt Uwe Klein, Fördervereinsvorsitzender. Und Grit Kamann-Selbach ergänzte, dass Integration nicht in der Politik gemacht werde, „sondern an der Basis.“ Integration solle idealerweise bereits im Kindheitsalter beginnen, betont Kamann-Selbach weiter, um Vorbehalte gar nicht erst entstehen zu lassen. Bei Spiel und Spaß verlebten die Kinder Zeit miteinander und kamen in Kontakt. So wurde beispielsweise zusammen geklettert, gebastelt, gebowlt und gewandert. Dass Fußball alle vereint, konnte man hautnah erleben und das Sportmobil der Sportjugend im Kreissportbund Harz war der Höhepunkt des Abschlusstages.

Die Idee der Veranstalter ging auf: Bei den Kindern und Jugendlichen kam die unkomplizierte Begegnung an. „Die Flüchtlingskinder sind nett. Man ist näher am wirklichen Geschehen dran und kann die Situation besser nachvollziehen“, berichtete Laura Malerz. Schließlich habe ein Großteil der Kinder des Gernröder Spielmannszuges bislang noch keine persönlichen Berührungspunkte mit Flüchtlingen gehabt, ergänzte die Achtzehnjährige. „Es ist ungewohnt. Die Kinder sprechen eine andere Sprache als wir und man versteht sich nicht so gut. Aber ich finde die Flüchtlingskinder wirklich freundlich“, sagte Lilly Wendehake. Das zehn Jahre alte Mädchen fügte hinzu, dass sie vor allem im Fernsehen etwas über die Flüchtlingssituation gesehen habe, aber vor dem Treffen noch keine tatsächlichen Kontakte hatte. „Die Begegnung hat meine Erwartungen übertroffen, es gab viele Möglichkeiten für uns alle, für die ich mich bedanken möchte“, so Eyad Alndkdale (15). Und die achtjährige Aalaa Alzaho antwortete auf Nachfrage: „Mir hat alles gut gefallen – vor allem aber die Spiele.“

Das Lob der Kinder war der schönste Lohn für die Organisatoren, welche das Zusammentreffen seit September 2015 vorbereitet hatten. „Wir freuen uns, ein kleines Stück dazu beigetragen zu haben, Vorbehalte und Ängste abzubauen“, erklärte Uwe Klein. Und auch Lena Mehlan, Mitarbeiterin der ZAST-Außenstelle Almsfeld, fand im Namen ihrer Schützlinge lobende Worte: “Den Kindern hat es gut gefallen, sie schwärmen von dem Treffen. Vielen Dank für die tolle Möglichkeit.“

Uwe Klein